Dienstag, 9. Dezember 2014


Von der Zusammenlegung und Flurbereinigung im Höhengebiet

Ein Nachteil für die Bauernfamilien in der ganzen Eifel war früher die unendliche Zersplitterung und Zerstückelung des Grundbesitzes, insbesondere der Wiesen- und Ackerflächen.Es gab Tausende von Parzellen in der Eifel und davon auch viele im Höhengebiet des Amtes Münstereifel, die nur Zimmergröße erreichten.Der Eifeler mit einer großen Anzahl von Kindern verteilte sein Land unter diese vor seinem Tode. Es herrschte das sogenannte Anerbenrecht und es wurde im allgemeinen jeder Einzelbesitz  an Grundstücken in so viele Teile zerlegt, wie es Erbberechtigte gab.Die Teilung war eine schwierige Angelegenheit, da es große Unterschiede zwischen den einzelnen Parzellen gab.Man konnte sie meistens nur in gleichwertige Streifen teilen. Ausserdem führte dies zu unnötigen Kosten in Form von Vermessungs- und Grundbuchgebühren.
Nachdem ein junger Landwirt einen eigenen Hausstand gegründet hatte, begann das Zusammenkaufen  von zusätzlichem Land.Dies führte dann dazu, dass er zum Beispiel einen Morgen Land,den er in fünf, acht oder zehn Teilen kaufen musste,viel teurer bezahlte als für den Erwerb eines ganzen Stückes.Die starke Parzellierung ließ häufig nur schlechte und unbefestigte Zufahrtswege zu.
Zirmlich unwirtschaftlich war auch die Bewirtschaftung der kleinen Wiesen und Äcker.Damit die Landwirte eine Feldflur auch beackern konnten,herrschte wegen der Vielzahl kleiner Äcker und Parzellen sogenannter Flurzwang, d.h., es durften alle Fläche z.B. eines Hanggeländes oder Bergrückens nur mit der gleichen Feldfrucht bestellt werden( z.B. nur Roggen, Weizen oder Kartoffeln usw.).Die zerstückelten Parzellen waren nur selten von einem Weg aus erreichbar,so dass bei der Aussaat, Feldpflege und Ernte die angrenzenden Parzellen mitbefahren wurden.Die großen Wege zwischen den verstreuten Parzellen, das andauernde Anhalten und Umkehren beim Pflügen und Eggen, der Verlust von Saatgut und Kunstdünger beim Säen,die Streiterei mit Grundstücksnachbarn brachte großen Leerlauf. Als Beispiel sei die zerstückelte Gemarkung des Dorfes Mahlberg, dargestellt im Jahrbuch des Kreises Euskirchen von 1981,Seite 108, erwähnt. Daher betrieb das Kulturamt in den fünfziger-Jahren des letzten Jahrhunderts die Um- und Zusammenlegung mit der Flurbereinigung zur Verbesserung der Gesamtstruktur und der wirtschaftlichen Nutzfläche. Dies führte natürlich auch zu anfänglichem Unmut und Schwierigkeiten mit der betroffenen Einwohnerschaft.Durch die Flurbereinigung erhielten die Grundstücke,sowohl Felder, Wiesen als auch Waldungen, ihre jetzige Form und Größe bzw. Besitzzuteilung. Anm. 1 
Zusätzlich vernetzte man das Gebiet mit neuen Forst und Wirtschaftswegen.Auch sorgte man bei vielen Wiesen und Weiden für eine Qualitätsverbesserung, indem man den sumpfigen Boden durch Drainagen entwässerte und mäanderte Bachläufe begradigte bzw. kanalisierte sowie sog. Flutgräben anlegte. Diese Maßnahmen gingen jedoch zu Lasten des Naturschutzes und der Artenvielfalt und macht diese anderorts zum Teil wieder rückgängig.Durch  Rodungen von Waldflächen und Urbarmachung von Heide- und Ödland gewann man neues Ackerland mit guter Bodenqualität hinzu,z.B. in den Gemarkungen Ellert und der Kopnück. An der Kopnück und vereinzelt auch anderswo errichtete man neue Siedlungshöfe. Leider war das Ergebnis der Kultivierung u.a. auch der Verlust der Heideflächen der Mahlberger und der Sasserather Heide mit ihrem für diese Gegend einzigartigen Wacholderbüschen und seltenen Fauna.(s.Anm. 2).
Die Kosten für die Zusammenlegung gingen anteilsmäßig zu Lasten der Grundstücksbesitzer und zum Großteil die des Staates. Die neu geschaffenen Grundstücke stufte das Kulturamt in verschiedene Wertkategorien ein und teilte diese durch Losentscheid ihren neuen Besitzern zu, so dass nachher der Neubesitz wertmäßig dem früheren Grundstücksbesitz entsprach.
Die Zusammenlegung war auch wegen der fortschreitenden Technisierung und Mechanisierung der Landwirtschaft mit ihren modernen Maschinen unumgänglich.

 ( nach mündlichen Berichten einheimischen älteren Landwirten)

zu Anm. 1: s. Karte der Gemeinde Mahlberg aus dem Jahre 1956 im Heimatkalender Kreis Euskirchen von 1981, Seite 109

zu Anm. 2: s. Artikel des Verfassers in Eifeljahrbuch 1997

Freitag, 5. Dezember 2014


Von Handwerksburschen und fahrenden Leuten

In früherer Zeit stand das Handwerk in hoher Blüte; vor allem Zimmerer, Schneider und Schmiede, um nur einige Berufe zu nennen.Bei den Handwerksgesellen waren die Wanderjahre seht beliebt.Bevor sie selbständig und sesshaft wurden,zogen sie mit wenig Gepäck durchs Land.Bei Meisterbetrieben ihrer Zunft klopften sie an und baten um Arbeit und Brot. Unvergesslich sind besonders wegen ihrer Kluft die Hamburger Zimmermannsgesellen.Als Kopfbedeckung trugen sie den Zylinder-oder Schlapphut.Der Anzug Anzug war entweder aus schwarzem Cord- oder Manchesterstoff gefertigt.Die Wadenbeine der Hosen hatten Überweite. Im Koppel hingen traditionsgemäß  Zimmermannshammer und Zollstock.
Des öfteren kamen auch Kesselflicker, Schirmflicker und Scherenschleifer ins Dorf sowie zahlreiche Händler und boten ihre Waren feil von Gegenständen für den Haushalt, Mausefallen oder irgend einer Tinktur, die man den Gutgläubigen als Heil-oder Wundermittel gegen irgend welche Krankheiten oder auch irgend ein unnützer Kram aufschwatzte.
Auch die nicht immer gern gesehenen Tippelbrüder und zahlreiche Landfahrer( Roma,damals noch im Volksmund mit dem Schimpfwort Zigeuner bedacht) zogen durch die Lande und baten um Almosen oder Rast. In einem kleineren Raum des Spritzenhauses der Feuerwehr gewährte man den durchreisenden Obdachlosen für die Nacht Unterkunft auf einem Strohlager.

nach mündlicher Überlieferung

Donnerstag, 4. Dezember 2014


Jagdbares Wild und vorkommende Tierarten im Höhengebiet

Als Jagdwild kommen hauptsächlich in dieser Gegend noch vor: Hirsche,darunter auch später eingeführte Edelhirsche aus den Karpaten,Rehe, Hasen und Kaninchen sowie Schwarzwild( Wildschweine) sowie ausgesetzte Fasane. Gänzlich verschwunden sind seit den 60er-Jahren in dieser Gegend die Vorkommen an Rebhühner ;bedingt durch den Einsatz von Pestiziden und dem Einsatz moderner Erntemaschinen für das Getreide. Gejagd wurden außerdem noch Wildenten, die ebenfalls verschwundenen Wachteln, Schnepfen und Krammetvögel. Das Birkhuhn war in den ehemaligen Flächen der Sasserather und Mahlberger Heide durch einige Paare vertreten.
An Raubtierarten sind im Höhengebiet Fuchs, Dachs,Wildkatze,Iltis, Stein-und Edelmarder sowie Wiesel anzutreffen.Bestände an Greifvögel sind zu nennen: Mäusebussard, Habicht,auch Hühnerhabicht genannt, Eulen, Kauz, Sperber, Baum- und Turmfalken sowie Merlin, roter Milan und in den Sommermonaten den Wespenbussard sowie als seltenen Durchzügler die Wanderfalken.
Horstende bzw. hier lebende Fischreiher sind im Einzugsgebiet der Erft vorhanden.


  Treibjagden

Früher war es Tradition der Jäger auch in dieser Gegend, am St.Hubertustag Anfang November, Treibjagden auf das Jagdwild in den Wäldern zu veranstalten.
Bis Anfang des 19. Jahrhunderts fanden Treibjagden zur Bejagung der damals noch hier vorkommenden Wölfe statt.Deren Bestand hatte während und nach den Befreiungskriegen stark zugenommen.Alte Urkunden, z.B. die Chronik von Bad Münstereifel, berichtet davon.
Unter militärischer Anleitung wurden oftmals Hunderte von Einheimischen aus den Dörfern im Höhengebiet als Treiber rekrutiert.
Im Gegensatz hierzu war die spätere Teilnahme an den Treibjagden auf Jagdwild freiwillig, das sich die Jagdbesitzer einiges kosten ließen; denn die Beute war manchmal gering und nicht kostendeckend. Die Jagdhüter heuerten eine größere Anzahl von Treibern im Dorfe an. Darunter waren auch viele heranwachsende Jugendliche.Zum Abschluss der Treibjagd gab es traditionell Erbsensuppe mit Bratwurst oder Speckeinlagen.
Treibjagden auf Wildschweine veranstaltete man meistens im Winter nach Schneefall.Spuren ,die in eine Schonung,dem bevorzugten Aufenthaltortes des Schwarzwildes hinein-, aber nicht wieder heraus führten,zeigen die Anwesenheit des Schwarzkittels an. Gefährlich sind besonders angeschossene Tiere.Dasselbe gilt ebenso für Sauen mit Frischlingen.

aufgezeichnet nach mündlichen Berichten von älteren Dorfbewohnern

  Nahrungsspezialitäten aus der Nordeifel

Buchweizenmehl verwendete man früher in der Eifel mit Vorliebe für die Zubereitung von Pfannkuchen.Der Buchweizen wurde im Höhengebiet als Kultivierungsfrucht  von gerodeten Waldparzellen angebaut.
Hafergrütze war einst Hauptnahrungsmittel der armen Landbevölkerung. An Festtagen wie die Kirmes oder an Namenstagen, bei denen die ganze Verwandtschaft  zu Besuch kam,waren die Promme- oder Appel-Taat ( Pflaumen- oder Apfelkuchen) sowie Fladen geschätzte Delikatessen. Bereits einige Tage vor dem festlichen Ereignis herrschte im sog. Backes ( Backraum mit Backofen) der Hausfrau ein emsiges Treiben und es dauerte Stunden, bis alle Taaten und Fladen fertig gebacken waren.Zu den Spezialitäten auf dem Lande gehört noch heute gepökeltes Schweinefleisch.Auch die selbstgemachten Hauswürste gibt es hier noch.Imker im Dorf stellen aus dem Produkt der Bienen naturreinen Honig her.Der als Nebenprodukt der Imkerei anfallende Wachs ist Grundlage für die Kerzenherstellung. Diese waren früher neben Öllampen vor der Elektrifizierung einzige Lichtquelle in den Häusern.Als Delikatesse kamen früher auch naturgeräucherter Schinken auf selbst gebackenem Steinofenbrot auf den Tisch. Die in den zahlreichen Heideflächen selbst gesammelten Blaubeeren bereitete man zu Blaubeerkuchen,eine Delikatesse für den Feinschmecker.Die Früchte der Himbeere und Brombeere verwendete man für die Herstellung von Säften oder ließ sie wie den Saft der Blaubeeren und Hagebutten in Ballonflaschen zu einem Wein gären.

( mündliche Überlieferung in Mahlberg und vom Verfasser z.T. noch selber erlebt)

Dienstag, 2. Dezember 2014


 Bau der Häuser im Fachwerkstil

In dieser Gegend errichtete man die Häuser sowohl auf dem Lande als auch in der Stadt Münstereifel vorwiegend im Nordeifeler Fachwerkstil. Als Bauholz für das Fachwerkgefüge dienten die haltbareren und wetterbeständigen Eichernholzstämme aus den einheimischen Wäldern.Diese konnten dem rauen Eifelklima länger als andere Holzarten standhalten. Die Zurichtung der vielen einzelnen Bauelemente aus Eichenholz für ein Wohnhaus erforderte einen Arbeitseinsatz bis zu einem Jahr.Dabei unterstützte der Bauherr die Zimmerleute bei der Arbeit.
Das Eichenholz wurde mit der Axt und großen, sogenannten Plattbeilen zunächst grob zubehauen. Anschließend hievte man die Holzbalken auf einen Bock, wo zwei Mann sie mit einer Säge vierkantig zuschnitten. Das fertige Vierkantholz bestrich man später mit einer in Wasser zugerichteten schwarzbraunen, wetterbeständigen Flüssigkeit, welche das Holz vor Fäulnis und Wurmfraß schützte.Danach baute man das Balkengefüge des Fachwerkhauses auf.Bei der Aufrichtung des Gebäudes halfen Nachbarn und Bekannte im Dorf mit. Zapfen und Holzkeile verbanden die einzelnen Balken stabilisierend miteinander.Die Querbalken nannte man Riegel und die senkrechten Balken Pfosten.Zusätzliche Schrägstreben verstärkten noch die bauliche Stabilität.In die Zwischenräume zwischen den Balken, Fächer genannt,fügte man senkrecht als Stevel  bezeichnete Holzstäbe aus dünnen Eichenästen in die Balken ein.In die untere Balkenreihe wurden mit einer sogenannten Lochaxt Löcher geschlagen und in die oberen Balken Rillen eingearbeitet. Die sogenannten Stevel konnten jetzt in die Balken befestigt werden.Diese Holzstämmchen spaltete man in der Mitte auf,so dass man dazwischen waagerecht etwa fingerdicke Ruten(in dieser Gegend meist halbierte Haselnussruten, andererorts auch Weiden) einflechten konnte.Diese Ruten nannte man Reihhölzer. Das Flechtwerk schmierte man mit einer Mischung aus Lehm,Grummet, gehäckseltem Stroh und Sand zu, die man außen mit feinem Lehmputz überzog und glattstrich.Lehm ist im Münstereifeler Höhengebiet unter einer dünnen Humusschicht reichlich vorhanden.Mancherorts füllte man die Zwischenräume auch mit ziegelförmig gepressten Rückständen der zerkleinerten Eichenlohe (s.Anm.1).Nach dem Trocknen übertünchte man den Lehmputz mit einer weissen Kalk- oder hellbraunen Ockerfarbe. Diese bildete einen schönen Farbkontrast zu den schwarz oder rotbraun gestrichenen Fachwerkbalken.

Bis weit in das 19, Jahrhundert waren die Häuser auf dem Lande mit Roggenstroh gedeckt, da Stroh als kostenloses Nebenprodukt bei der Getreideernte zur Verfügung stand.Dies erhöhte natürlich unter anderem die Brandgefahr, so dass es gerade auch in den angrenzenden Dörfern, so in Reckerscheid am 08.09.1865 und auch in Mahlberg selbst am 20.10.1899 zu verheerenden Bränden kam, die mitunter ganze Strassenzüge oder auch ganze Ansiedlungen in Schutt und Asche legten.( s. Anm. 2). Erst mit Beginn des 20. Jahrhunderts setzten sich die wegen der Brandgefahr gesetzlich angeordneten Ziegelpfannen- und Schieferdächer durch, obwohl bereits 1836 eine Kabinettsordre erschien, die das Strohdach verbot( s. Anm.3).
                                       
                                          Holzschnitt mit Hs. Winand( Willems) und Hs. Mies in Mahlberg

Da der Wohnwert der alten Fachwerkhäuser lange Zeit gering geschätzt wurde, verschwanden immer mehr zugunsten von Neubauten mangels Denkmalschutz auf Abriss oder stehen als unbewohnte Ruinen da.Trotzdem besteht im Raum Bad Münstereifel die Möglichkeit, schön erhaltene und restaurierte Fachwerkhäuser zu sehen.
Erwähnenswert ist, dass ein altes Fachwerkhaus aus dem Münstereifeler Ortsteil Scheuerheck orginalgetreu im Freilichtmuseum Kommern wieder aufgebaut und mit altem Hausinventar der mittelalterlichen Bauernkultur eingerichtet wurde ( s.nachstehendes Foto).
                               Freilichtmuseum Kommern, Haus Scheuerheck

Anmerkung 1: s. Schaubild Eifelmuseum Blankenheim
Anmerkung 2: zu Reckerscheid s. Wikipedia, zu Mahlberg Artikel in Jahrbuch Kreis Euskirchen 1990 mit dem Titel "Feuerregen in Mahlberg"- Ein Dorf ging fast vollständig unter, Bericht Münstereifeler Zeitung Nr. 43 von 1899
Anmerkung 3: s. Eifelgut Heft 6, der Eifelbauer, Seite 8

mündlich überliefert von älteren Zimmerern aus Mahlberg, u.a. Michael Fass; dazu aus dem Schrifttum aus der Reihe das Handwerk im Dorf Seite 58/59 vom Rheinischen Freilichtmuseum Kommern

Montag, 1. Dezember 2014


Loheschälen

aus gemahlener Eichenrinde gewann man früher den Gerbstoff zum Gerben von Leder.Dieser Stoff ist in der Rinde der Baumart enthalten.Heutzutage brauchen die Gerbereien andere Mittel; moderne chemische Zusammensetzungen.Bis in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts war jedoch Eichenlohe als Materialrohstoff in der Gerbindustrie unentbehrlich.

Von den jungen Eichenbäumen mit einem Durchmesser von 7-15 cm entfernte man in den Monaten Mai- Juni, wenn der Saft im Holz stieg, die Rinde.Das Schälen der Eichenrinde, Lohe genannt, ging wie folgt vonstatten:Zunächst wird in einer Höhe von etwa 1,80- 2,00 m mit einem sogenannten "Schlimmetz" rundum am Stamme die Rinde durchtrennt.Dann schält man von der Trennstelle aus senkrecht bis zum Boden einen etwa 5-7 cm breiten Streifen vom Stamm ab. Anschließend wird die restliche Rinde mit einem Lohmesser abgeschält.Das Lohmesser ist ein Spezialgerät.

                                                  Spitze des Lohmessers

                                                altes Lohmesser

Es hat eine etwa 3 cm kleine, schaufel- (mehr als halbkreisförmige) Spitze), wovon eine Seite flach und die andere gerundet ist. Die Ränder des Lohmessers sind geschärft.Die schärfere Seite Spitze wird zwischen Rinde und Holz in den Stamm eingeschoben. Dann wird durch Auf- und Abwärtsbewegungen unter dauerndem Gegendruck der Stamm entrindet.Danach hat man den jungen Baum mit der Axt gefällt und entastet sowie den ganzen Baumstamm auf zwei Meter lange Lohstücke geschält.Diese kamen dann gebündelt zum Trocknen an ein Gerüst.

Nach der vollkommenen Trocknung erfolgte der Transport der Eichenlohe in das Sammellager nach Bad Münstereifel.Das gemahlene Pulver kam dann als Gerbzusatz in das Lohbad.
Das entrindete trockene Holz schätzte man wegen seiner guten Brennbarkeit besonders.Die Rückstände der Eichenlohe wurden ziegelförmig gepresst und beim Hausbau verwendet.

Für die Waldbesitzer bedeuteten die Einnahmen aus dem Verkauf ein willkommenes Zubrot.

überliefert von Wilhelm Fass und Peter Rick